«Schon als Kind scherzte meine Mutter, meine grössten Interessen seien Wasser und Bäume», erinnert sich Daniel Shindleman, Managing Director von Bridgemer. Während sich andere auf Ölreserven konzentrierten, sah er im Süsswasser die wichtigste Ressource der Welt. Diese frühe Erkenntnis sollte später seinen Ansatz für nachhaltige Immobilieninvestitionen prägen.

Die Rechnung geht endlich auf

«Anfangs war Nachhaltigkeit ein Luxus», sagt Shindleman. «Leisten konnten sie sich meist Institutionen oder Family Offices mit philanthropischen Zielen. Man ging davon aus, dass man für ein nachhaltiges Produkt auf etwas verzichten muss.»

Diese Rechnung änderte sich, als die Belege zunahmen. Eine wegweisende Studie des U.S. Army Corps of Engineers zeigte, dass nachhaltige Gebäudemerkmale die Leistung am Arbeitsplatz direkt beeinflussen. «Wenn Sie ein gesundes Umfeld schaffen, mit schadstofffreien Farben, ergonomischen Stühlen, viel Tageslicht und der Möglichkeit, frische Luft hereinzulassen, entsteht ein produktiveres Arbeitsumfeld. Ihre Mitarbeitenden fühlen sich dort wohler und leisten bessere Arbeit.»

Diese Erkenntnis veränderte das Denken der Branche: Nachhaltige Gebäudemerkmale wurden zu Investitionen mit messbarer Rendite. «Wenn ergonomische Möbel mehr kosten, erhalten Sie diese Mehrkosten durch weniger Absenzen und eine höhere Produktivität zurück», erklärt Shindleman. «Wir konnten zeigen, dass es kein Luxusgut war, sondern eine Notwendigkeit. Gesunde Mitarbeitende sind die wichtigste Ressource jedes Unternehmens.»

Verborgene Erträge, die auf der Hand liegen

Begrünte Dächer zeigen beispielhaft, wie aus einem Kostenfaktor eine Ertragsquelle wird. «Warum das Dach über den ökologischen Nutzen hinaus nicht an ein Café vermieten oder einen Erholungsbereich für Mitarbeitende schaffen?», regt Shindleman an. «So verbinden Sie ein nachhaltiges Merkmal mit einer neuen Einnahmequelle.»

Dasselbe Prinzip gilt für Vorhangfassaden: «Glasfassaden sind beliebt für Solarpanels und natürliches Licht. Gleichzeitig sind sie im Grunde leere Bildschirme, ideal für kontrollierte digitale Werbung an Toplagen.»

Der grosse Neustart im Büro

Die Marktdynamik hat die Erwartungen an den Bürosektor verändert. «Büroimmobilien waren eine sehr beliebte Anlageklasse, wurden dann äusserst unbeliebt, und nun erleben wir eine Neupositionierung», beobachtet Shindleman. «Class-A-Büros bleiben gefragt, und die besten Liegenschaften erzielen weiterhin Prämien.»

Was macht den Unterschied? Räume, die Produktivität und Wohlbefinden fördern. «Menschen brauchen Zusammenarbeit, wir sind soziale Wesen», sagt Shindleman. «Homeoffice ist in Teilzeit durchaus in Ordnung, aber denken Sie an neue Mitarbeitende, die sich nie persönlich mit ihren Kolleginnen und Kollegen vernetzen konnten. Das ist schwierig.»

Erfolg erfordert mehr als nur Arbeitsplätze. «Warum nicht die chemische Reinigung oder den Lebensmittelladen gleich in der Nähe haben, statt extra dorthin zu fahren? Auf dem Weg zur Arbeit lässt sich so auch das andere erledigen.» Diese Integration von Dienstleistungen dient zugleich dem Komfort und den Nachhaltigkeitszielen.

Global denken, lokal bauen

Die Bewegung hin zu nachhaltigem Bauen besinnt sich auf das Wesentliche. «Alles, was ein reines Naturmaterial ist, ist nachhaltig», erklärt Shindleman. «Man muss aber die lokal verfügbaren Baumaterialien berücksichtigen und prüfen, wie sie sich einsetzen lassen. In einer waldreichen Region baut man anders, als wenn man Holz über den Ozean verschiffen muss.»

Dieser lokale Ansatz umfasst das gesamte Bau-Ökosystem. «Das bedeutet lokales Personal, lokale Schreiner, lokale Handwerker, lokale Dienstleister und lokale Lieferanten. So gibt man der Gemeinschaft, in der man baut, etwas zurück.»

Diese Strategie bringt einen doppelten Nutzen: Sie senkt den CO₂-Fussabdruck des Bauens und stärkt zugleich die lokale Wirtschaft. «Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, was man baut und wie man das Gebäude nutzt. Es geht auch um die Gemeinschaft und darum, was man für sie tut.»

Rechenzentren: Das Spiel mit der Energie

Bei Rechenzentren treffen Immobilien und Energieinfrastruktur auf besondere Weise zusammen. «Rechenzentren entstehen dort, wo eine Energiequelle verfügbar ist, und diese Energie kann nachhaltig sein. Es muss nicht der übliche Anschluss ans Stromnetz sein», erklärt Shindleman.

Sein Vorschlag für einen Perspektivenwechsel: «Vielleicht sollten Rechenzentren eigentlich Kraftwerke sein, an die zufällig ein Rechenzentrum angeschlossen ist.» Dieser Ansatz schafft neue Einnahmequellen, denn solche Anlagen könnten «Strom ins Netz einspeisen oder langfristige Verträge mit benachbarten Anlagen abschliessen, etwa mit Produktionsbetrieben in der Nähe oder mit Wohnquartieren».

Der Weg nach vorn

Mit der Rückkehr der Stabilität in die Märkte sieht Shindleman Chancen. «Wir sind wieder beim Normalzustand angekommen. Schwankungen kann es zwar geben, denn Stabilität bedeutet nicht, dass es keine Schwankungen gibt. Sie bedeutet, dass die Aktivität um ein durchschnittliches Niveau schwankt.»

Das Ergebnis: mehr Investitionen in die Aufwertung von Liegenschaften und ein Markt, der Shindlemans frühe These bestätigt: Nachhaltigkeit schafft messbaren Wert.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 11.03.2025 im keycrew Journal veröffentlicht. | Verfasst von: Steve Marcinuk
Mittels KI aus dem englischen Original übersetzt.
Artikel verfügbar unter: https://tinyurl.com/477bm4hp